In meinen Büchern steckt mehr von mir, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Für meinen Historienkrimi „1750“ habe ich mich intensiv mit der Vergangenheit beschäftigt. Fast alle Figuren haben tatsächlich gelebt. Ihre Geschichten sind in eine Zeit eingebettet, die ich nicht einfach erfinden wollte, sondern auf Grundlage historischer Recherchen zum Leben erwecke. August von Hattingen und Franziskus nehmen dabei eine besondere Stellung ein. Beide sind gewissermaßen mein Alter Ego. Ich glaube, dass ein Teil von mir in ihnen weiterlebt. Ihre Gedanken, ihre Entscheidungen und ihre Art, mit schwierigen Situationen umzugehen, spiegeln Seiten meiner eigenen Persönlichkeit wider.
Auch Jeff Luger trägt etwas von mir in sich, allerdings auf eine andere Weise. Er zeigt eine Seite, die in meinen historischen Figuren vielleicht weniger deutlich zum Vorschein kommt. Jeff muss Entscheidungen treffen, wenn es keine einfachen Antworten gibt. Er handelt auf seine eigene Art und stellt sich Fragen, die sich wohl jeder Mensch irgendwann einmal stellen muss. Wie weit würde man selbst gehen, wenn man vor einer ähnlichen Situation stünde? Würde man so handeln wie Jeff oder einen völlig anderen Weg einschlagen?


Genau solche Fragen interessieren mich. Ich möchte meinen Lesern nicht vorschreiben, was sie denken oder wie sie urteilen sollen. Vielmehr möchte ich sie dazu bringen, sich selbst mit den Figuren und ihren Entscheidungen auseinanderzusetzen. Denn manchmal erkennt man erst beim Lesen, welche Antworten man für sich selbst finden würde.
Vielleicht ist es gerade das, was meine Geschichten ausmacht. Sie erzählen von Menschen, die ihren eigenen Weg suchen, mit ihren Überzeugungen ringen und Entscheidungen treffen müssen, deren Folgen nicht immer vorhersehbar sind. Und vielleicht entdeckt der eine oder andere Leser dabei auch ein Stück von sich selbst.

